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Bodenarbeitskurs

Bericht zum letzten Bodenarbeitskurs
Immer wieder kommen Eselhalter mit den gleichen Problemen: Mein Esel
steht nicht ruhig, wenn ich ihn anbinde - er lässt sich schlecht führen
- hat Angst über eine Plane zu gehen - nasse Straßen und Wasser
verweigert er – das Verladen ist fast unmöglich. –
Also holen wir uns Hilfe: Bodenarbeit? Aber ich will mit meinem Esel
doch nur spazieren gehen? Oder? Nun gut, die Plätze sind ziemlich
schnell ausgebucht, Anton Brem hat uns Ergebnisse versprochen.
Zunächst ein wenig Theorie, dann die Tiere anbinden. Hier ist gleich die
erste praktische Anleitung erforderlich: wie binde ich meinen Esel
richtig an. Nicht zu kurz, nicht zu lang, ohne Verletzungsgefahr für
Mensch und Tier. Putzen lassen sich dann alle Langohren gern und Hufe
heben scheint auch kein wirkliches Problem zu bereiten.
Da stellt das Gehen am Führstrick schon eher eine Herausforderung dar,
vor allem wenn Hindernisse zu überwinden sind oder wir an fremden
Gegenständen vorbeilaufen. Aber dafür ist Anton Brem ja heute da und
gibt uns immer wieder ganz einfache, logische Erklärungen: Esel sind
Herdentiere, die eine Rangordnung haben. Die Rangordnung wird immer
wieder neu festgelegt – und der Mensch sollte in dieser Ordnung ganz
oben das Leittier sein. So einfach ist das. – Ja und wie werde ich nun
„Leittier“? – Na, nichts leichter als das: Keine Kompromisse –
Selbstsicherheit ausstrahlen mit Körperhaltung und Sprache. Konzentriert
sein, immer die gleichen Befehle geben, auf Signale achten (Ohren) –
und wenn wir dann noch erwünschtes Verhalten unserer Vierbeiner angenehm
gestalten und unerwünschtes Verhalten unangenehm – dann haben wir schon
gewonnen… Dazu bekommen wir natürlich immer wieder – abgestimmt auf
jeden einzelnen Esel mit Halter und das ganz spezielle Problem –
praktische Anleitungen für die Umsetzung dieser eigentlich ja
super-einfachen Regeln.
Nun, jedenfalls sind unsere geliebten Langohren gegen Ende des Kurses
ganz besonders kooperativ: „Asco“ kann plötzlich ruhig stehen und geht
brav am Führstrick, „Jimmy“ trottet einfach so in den Hänger und läuft
über die Plane, „Blümchen“ macht sowieso alles mit und steht am
liebsten auf dem Podest und Irmgard ist ganz begeistert von ihrem
plötzlich überaus willigen Langohr, das mit ihr noch nicht durch „dick
und dünn“ - aber immerhin schon durchs Wasser geht….
Zum Schluß bekommen wir von Anton noch ein paar gute Ratschläge: Seid
bei den Übungen mit kleinen Schritten zufrieden, überfordert die Tiere
nicht – aber langweilt sie auch nicht, und beendet eure Übungen immer
mit einem positiven Ergebnis! Und – ganz wichtig: Geduld – Geduld –
Geduld !
Kinderferienprogramm

Im Rahmen des Kinderferienprogrammes der Kurverwaltung Bad Wörishofen
verbrachten jeweils ca. 30 Kinder aus Bad
Wörishofen und Umgebung einen
schönen Tag mit unseren Mühleneseln.
Regionaltreffen Bayern-West / Besuch Kutschenmuseum

Die Mitglieder des Eselvereins waren eingeladen, die größte private Kutschen-sammlung zu bestaunen,
die wir je zu Gesicht bekommen haben.
Werner Niklas hat über viele Jahre
einen Schatz aus Kutschen, Schlitten und den
dazu passenden Geschirren
und andere Accessoires rund um die Pferde- (Esel-, Ziegen-)stärken
zusammengetragen und liebevoll arrangiert und dekoriert.
Die Restauration und Konservierung der historischen Fahrzeuge erfolgte
in mühevoller jahrelanger Kleinarbeit. Hauptaugenmerk legt Werner Niklas
darauf, die alte Substanz weitestgehend zu erhalten und fehlende oder
zerstörte Teile behutsam – möglichst mit Original-Materialien – zu
ergänzen. Auf diese Weise werden die oft schwer beschädigten Exponate
wieder in ihren Originalzustand versetzt.
So tauchten wir also ein in die Zeit vor dem Automobil und ließen uns
durch die Erzählungen und Geschichten zu den einzelnen Gefährten in
eine vergangene Zeit entführen…
Die Palette reichte von verschiedenen Bürgerwagen bis zum vornehmen
Landauer des Adels. Elegante „Victorias“, Jagdwagen, Vis à vis-Wagen
waren ebenso zu besichtigen wie Leichen-, Brauerei-, Post- und simple
Leiterwagen. Wir erfuhren, wie Kutschen mit wenigen Handgriffen umgebaut
werden konnten, wenn die „Herrschaft“ mal selbst Hand an die Leinen
legte, oder die Besonderheiten der Fahrzeuge, in denen das Kindermädchen
den Nachwuchs sicher chauffierte.
Es fiel uns schwer – aber irgendwann mussten wir doch dieses von außen
vollkommen unscheinbar wirkende Privat-Museum verlassen.
Im warmen Mühlenzimmer gab es anschließend Weihnachtsgebäck und Kaffee
zu Berichten und Erzählungen rund um Esel und Eselhalter. Die wirklich
schnelle Unterbringung eines „Notesels“ in Bayern sorgte für
Gesprächsstoff und wir hörten Berichte über den Deckversuch eines
Eselhengstes mit einer Tarpan-Stute im Tierpark. – Da werden wir
dranbleiben! –
Weiterhin besprachen wir unsere wichtigsten Termine im Jahr 2008 und
stellten fest, dass wir als Eselhalter auf vielen Veranstaltungen
inzwischen sehr gern gesehen werden. Auf Volksfesten wie z.B.
Ritter-in-München sind wir ebenso vertreten wie zunehmend auf den
traditionellen Leonhardi-Umzügen. Verschiedenen Fernsehsendern konnten
wir mit der Vermittlung von Esel- und Mulihaltern helfen für Aufnahmen
zu Spielfilmen, Serien mit Tierkindern oder Kindersendungen wie 1,2 oder
3 (Schreihälse im Tierreich). Ein Tag mit Eseln im Bavaria Filmstudio
ist ein ganz eigenes Erlebnis…
Wir freuen uns immer, wenn Vereinsmitglieder und andere Eselfreunde zu
unseren Stammtischtreffen kommen, die wir lange nicht (oder noch gar
nicht) gesehen haben…
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